Die Pandemie des Nationalismus

Unsere Anti-Heimatabende machen gerade Corona-Pause. Thorsten Mense hat sich in der Zwischenzeit mit der Plattform »Radikale Linke« aus Wien über die Pandemie des Nationalismus unterhalten.

Die Autonome Antifa Wien und die Plattform Radikale Linke hatten am 16. April 2020 zu diesem Gespräch eingeladen.

Hier gibt es jetzt den Podcast zum Nachhören.

AfD fordert: »Vaterlandlosen Gesellen den Geldhahn zudrehen!«

Dass die Liebe zur Heimat auch immer den Hass auf Nestbeschmutzer:innen in sich trägt, hat die »wahre Heimatpartei« (Alexander Gauland) ein weiteres Mal bewiesen. Mit einer kleinen Anfrage im sächsischen Landtag hat sich die AfD-Fraktion im März nach der »Finanzierung und Rechtmäßigkeit des sogenannten ‚Anti-Heimat-Abends‘ am Societaetstheater Dresden« erkundigt.

»Vaterlandlosen Gesellen den Geldhahn zudrehen!« hatte bereits letztes Jahr die AfD in Sachsen-Anhalt gefordert und sich zum Anlass unseres Auftritts in Halle mit einer ähnlichen Anfrage an den dortigen Landtag gewandt. Schließlich handele es sich bei dem Anti-Heimatabend um »eine in ihrer Schamlosigkeit nicht mehr überbietbare Hetzveranstaltung gegen Deutschland. […] Getrieben von blindem Hass werden die ‚Tradition‘ und die ‚Familie‘ kurzerhand zur ‚Hölle‘ erklärt.« Und weiter: »Eine derart exzessive Verachtung des eigenen Volkes und der eigenen Kultur greift die Grundlagen unseres Staates an.«

Wir geben uns alle Mühe …

Ebermann beleidigt Helmut Schmidt

An zwei Abenden hat Thomas Ebermann im Hamburger Schauspielhaus Helmut Schmidt beleidigt und mit Michael Weber über politisch bessere Zeiten, schlechtere Zeiten und heute geredet – am 19. Januar im Malersaal, am 25. September im Großen Haus. Eine Aufzeichnung des ersten Abends gibt es jetzt hier zu sehen.

Der Abend im Schauspielhaus jetzt auch auf DVD

Für die Bestellung gibt es 4 Möglichkeiten:

  1. In Hamburg (mpz) kaufen (Di und Do 17-19 Uhr, Sternstr. 4 im 1. Stock)
  2. Telefonisch bestellen: mpz: 040/4397259
  3. Per E-Mail bestellen: info@mpz-hamburg.de
  4. Über Internet (Bestellformular): www.mpz-hamburg.de

Anti-Heimatabend in Braunschweig

»Deutschland, der Wald, das Dritte Reich, die Heimat, das Völkische, Marcuse, Adorno, Ernst Bloch, es geht rauf und runter in der realen und in der Ideengeschichte von Linken und Rechten. (…) Die Show bedient sich aller technischen Mittel, die das Internet heute zur Verfügung stellt: Bilder, Filme, Zooms, Collagen, Musik, Zeitlupe, Fundstücke, Effekte. Es geht darum, die Entfremdung zu zeigen, die unsere Gesellschaft durchdringt und wie sie entstanden ist. Wie es dazu kam, dass alle immer rechter und gewaltbereiter werden. Wer die Veränderung der letzten zwei Generationen bewirkt hat und wie. Man sieht die Welt endlich wieder ganz klar: mit den Augen von Karl Marx und Walter Benjamin.«

»Drei Stunden Polit-Show, getragen und zusammengehalten von einer definitiv genialen Didaktik. Wer danach kein_e Kommunist_in geworden ist, muss zum Hörtest.«

Joachim Lottmann hat für die Spex ein Portrait über Thomas Ebermann geschrieben und den Anti-Heimatabend in Braunschweig besucht. Den vollständigen Text gibt es hier (leider nur hinter Paywall): 

https://spex.de/joachim-lottmann-thomas-ebermann-unser-mann-in-braunschweig/

Heimat als Drohung an alle, die anders sind

Thomas Ebermann und Thorsten Mense präsentieren ihren Anti-Heimatabend auf Einladung der Initiative 9. November im Dolbi.

Der Anti-Heimatabend in Bünde. Artikel von Ralf Bittner in der »Neue Westfälische« vom 3. Dezember 2019

»Heimat ist ein Gefühl und damit Verweigerung der Reflexion«, sagt Thomas Ebermann auf der Bühne im Dolbi, wo er auf Einladung der Initiative 9. November den gemeinsam
mit Thorsten Mense konzipierten Anti-Heimatabend «Heimat – eine Besichtigung
des Grauens« präsentiert …..

Den ganzen Artikel lesen (PDF)

»Heimat« – Ein kontaminierter Begriff

Michael Graf interviewt Thomas Ebermann (erschienen in der Z.)

Was stört dich denn daran, wenn Linke den Begriff ›Heimat‹ nicht den Rechten überlassen wollen?

Ich bin der Meinung, dass es viele Begriffe gibt, die schlicht und einfach den Rechten gehören. Selbstverständlich ist das die ganze Welt des Nationalismus, Patriotismus und Chauvinismus. Das alles ist mit Wahn kontaminiert aber auch einfachere Sachen, die Sehnsüchte von Menschen bündeln, wie die Sehnsucht nach der Monarchie oder dem genialen Wirtschaftsführer, verdienen Negation. Auch so etwas wie Marschieren in Reih und Glied kann man niemals von links besetzen, weil es sich um die Transformation menschlicher Wesen in Dinge handelt. (…)

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Verirrt in die Heimat

Georg Fülberth
rezensiert das Buch »Linke Heimatliebe« von Thomas Ebermann
In: Ossietzky 2019 # 1. Juni 2019 # S. 394-396

Nach dem Ende ihrer politischen Tätigkeit bei den Grünen gründeten Thomas Ebermann (Sprecher der Bundestagsfraktion 1987-1989) und Rainer Trampert (Bundesvorstandssprecher 1982-1987) ein Zwei-Mann-Lese-Kabarett und machten dort das, was sie schon vorher getan hatten: die bestehenden Verhältnisse ad absurdum zu führen. Das geschah jetzt dadurch, dass sie diese selbst zu Wort kommen ließen. Sie verlasen ungefälscht Verlautbarungen aus der veröffentlichten Meinung, und das Publikum kam aus dem Lachen kaum noch heraus. Man nennt das wohl Verfremdung. Von Zeit zu Zeit ließen Ebermann und Trampert ihre Funde drucken, in Büchern mit Titeln wie „ Die Offenbarung der Propheten“ (1995), „Verpaßt Deutschland den Anschluß?“ (2000), „Sachzwang & Gemüt“ (2002).

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