Ebermann beleidigt Helmut Schmidt

An zwei Abenden hat Thomas Ebermann im Hamburger Schauspielhaus Helmut Schmidt beleidigt und mit Michael Weber über politisch bessere Zeiten, schlechtere Zeiten und heute geredet – am 19. Januar im Malersaal, am 25. September im Großen Haus. Eine Aufzeichnung des ersten Abends gibt es jetzt hier zu sehen (demnächst erscheint der Mitschnitt auch auf DVD):

Anti-Heimatabend in Braunschweig

»Deutschland, der Wald, das Dritte Reich, die Heimat, das Völkische, Marcuse, Adorno, Ernst Bloch, es geht rauf und runter in der realen und in der Ideengeschichte von Linken und Rechten. (…) Die Show bedient sich aller technischen Mittel, die das Internet heute zur Verfügung stellt: Bilder, Filme, Zooms, Collagen, Musik, Zeitlupe, Fundstücke, Effekte. Es geht darum, die Entfremdung zu zeigen, die unsere Gesellschaft durchdringt und wie sie entstanden ist. Wie es dazu kam, dass alle immer rechter und gewaltbereiter werden. Wer die Veränderung der letzten zwei Generationen bewirkt hat und wie. Man sieht die Welt endlich wieder ganz klar: mit den Augen von Karl Marx und Walter Benjamin.«

»Drei Stunden Polit-Show, getragen und zusammengehalten von einer definitiv genialen Didaktik. Wer danach kein_e Kommunist_in geworden ist, muss zum Hörtest.«

Joachim Lottmann hat für die Spex ein Portrait über Thomas Ebermann geschrieben und den Anti-Heimatabend in Braunschweig besucht. Den vollständigen Text gibt es hier (leider nur hinter Paywall): 

https://spex.de/joachim-lottmann-thomas-ebermann-unser-mann-in-braunschweig/

Die Wiederkehr der Heimat

Die »Neue Westfälische« und der »Herforder Kreisanzeiger« berichten am 21.05.2019 vom Anti-Heimatabend:

Auszug

Literarisch-kritischer Abend: Thomas Ebermann und Thorsten Mense präsentieren im Fla Fla ihren Anti•Heimatsabend als »Besichtigung des Grauens«.

»Noch vor 20 oder Jahren war Heimat ein Begriff, der ausschließlich von Nazis und Ewiggestrigen verwendet wurde«, sagt Thomas Ebermann zu Beginn des gemeinsam mit Thorsten Mense konzipierten Anti-Heimatabends. »Heimat – eine Besichtigung des Grauens« im gut gefüllten Veranstaltungsraum des sozialen Zentrums Fla Fla. »Schlager und volkstümliche Musik hätten wir als mit ihren Publikum aussterbende Genres belächelt.« Tatsächlich sehe die Wirklichkeit aber anders aus.

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Männer und Bratwurst

Bei ihrem Anti-Heimatabend präsentieren Thomas Ebermann und Thorsten Mense die ganze Bandbreite des Grauens.

Vor dem Spartakus in Potsdam stehen an diesem Abend auffällig viele Großstädter*innen aus dem benachbarten Berlin. Denn nicht dort, sondern auf dem alternativem Veranstaltungsgelände in der brandenburgischen Landeshauptstadt findet die Premiere von »Heimat – eine Besichtigung des Grauens« von und mit Thomas Ebermann und Thorsten Mense statt. Drinnen ist es dunkel – wie man es bei einer Besichtigung des Grauens erwartet. Musikschnipsel laufen. Schlimme Musik, Ballermann, Après Ski, solche Sachen. Eine gute Einstimmung, um allein schon das Wort »Heimat« gruselig zu finden. In den nächsten drei Stunden paart sich dieses Gefühl mit dem ständig wiederkehrenden Satz in meinem Gehirn: »Kannste dir nicht ausdenken.«

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»Heimat: ein diffuses Gefühl«

Eine Rezension zur Premiere des Anti-Heimatabends in Potsdam – von Astrid Priebs-Tröger, veröffentlich im eigenen Blog unter http://textur-buero.de

»Heimat neu entdecken! – Eine grüne Kaufland-Tragetasche mit diesem Aufdruck stand im Spartacus im  Kulturzentrum Freiland auf der Bühne, von der aus Thomas Ebermann und Thorsten Mense dem gegenwärtigen und dem Heimatbegriff an sich gehörig auf den Zahn fühlten.«

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»Wir sind die 0,9 Prozent!«

Blogbeitrag von tefkabh auf https://tefkabh.blackblogs.org/ über den Anti-Heimatabend im Kafe Marat, München am 13. April 2019.

Der Saal ist gut gefüllt. Eine Kompilation gar erschröcklicher Musik, deren sämtliche Stücke nur eines gemein haben, nämlich das Topos „Heimat“, dröhnt aus den Lautsprechern. Neben mir sitzt ein sympathischer Typ vom Baierischen Rundfunk mit einem Mikrofon in der Hand. Ich habe das Buch von Thomas Ebermann, Linke Heimatliebe – Eine Entwurzelung, gelesen und entsprechend hoch sind die Erwartungen.

Dann – Lichter an! – es geht los. In einem dreistündigen Vortrag, unterbrochen nur von einer viertelstündigen Pause, fassen Thomas Ebermann und Thorsten Mense nicht nur den Inhalt ihres Buches gekommt und in anschaulicher, unterhaltsamer Manier zusammen, sondern liefern auch zahllose konkrete Beispiele für einen gesellschaftlichen Rechtsruck, und weshalb eine Fokussierung auf die „Heimat“ gefährlicher ist, als sie scheinen mag.

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Buch: »Linke Heimatliebe – Eine Entwurzelung« von Thomas Ebermann

Buchtitel »Linke Heimatliebe« von Thomas Ebermann
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Heimat boomt. Ihre Allgegenwart markiert das Grundrauschen der gesellschaftlichen Rechtsentwicklung. Kein Begriff siedelt so nahe an der Volksgemeinschaft wie dieser. Er gehört den Rechten und ist ohnehin nur Statthalter in einer Zeit, in der »Blut und Boden« so ohne weiteres nicht mehr propagiert werden können.

Was Negation verdient, wird von jenen »Linken«, die notorisch noch den letzten Dreck nicht den Rechten überlassen wollen, dem alternativen Gebrauch zugeführt. So alternativ ist der oft aber nicht: Die Verwechslung des Menschen mit nicht umpflanzbaren Bäumen; die unentrinnbare Prägung durch Herkunft; die Liebe zu Gebietskörperschaft, Brauchtum und Eckkneipe; der Kampf gegen die Fremden und das Fremde; die Abscheu vor dem Zersetzenden; all das findet sich auch im »linken« Heimatdiskurs.

Dieses Buch seziert seine aktuellen Ausformungen und seine affirmativen Autoritäten – etwa Ernst Bloch, Kurt Tucholsky, Johannes R. Becher oder den vorgeblichen Erneuerer des Heimatfilms, Edgar Reitz. Der Autor zügelt dabei seinen Hass auf die »Gemütlichkeit« keineswegs.

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